Lebensschule – Teil 1

1. Befreie dich von inneren Zwängen und erarbeite ein gesundes Mindset

Ein mentales Selbstexperiment

Bevor Sie sich auf den Weg in Ihre eigenen Spuren begeben, konfrontiere ich Sie mit vier Aussagen. Ich möchte Sie bitten, sich die folgenden Situationen bildhaft vorzustellen und zu überprüfen, ob Sie diese Gedanken und Gefühle bereits in Ihrer Vergangenheit erfahren haben:

  • „Wie befreiend kann es sein, einen unangenehmen – aber vielleicht sogar wichtigen – Termin verpasst zu haben…“

  • „Wie befreiend kann es sein, nach einem mehrstündigen Aufenthalt im Einkaufszentrum mit leeren Taschen (aber mit gefüllter Brieftasche) nach Hause zu kehren….“

  • „Wie befreiend kann es sein, einer Person trotz vorhergehenden Zweifels und in Kauf genommener Nachteile die eigene Meinung gesagt zu haben…“

  • „Wie befreiend kann es sein, an einem kühlen Herbsttag bar jeglicher Vernunft mit nackten Füßen über Sand zu spazieren…“

Sollten die vier Gedanken bislang mehr oder weniger fremd erscheinen, dann möchte ich Ihnen diese vier Situationen in leicht abgeänderter Form darbieten.

  • „Wie befreiend könnte es sein, einen unangenehmen – aber vielleicht sogar wichtigen – Termin verpasst zu haben…“

  • „Wie befreiend könnte es sein, nach einem mehrstündigen Aufenthalt im Einkaufszentrum mit leeren Taschen (aber mit gefüllter Brieftasche) nach Hause zu kehren….“

  • „Wie befreiend könnte es sein, einer Person trotz vorhergehenden Zweifels und in Kauf genommener Nachteile die eigene Meinung gesagt zu haben…“

  • „Wie befreiend könnte es sein, an einem kühlen Herbsttag bar jeglicher Vernunft mit nackten Füßen über Sand zu spazieren…“

Ungeachtet dessen, ob Sie sich nun diese Situationen als besonders befreiend vorstellen oder diese bereits erlebt haben, Sie beginnen durch die innere Auseinandersetzung nun bereits damit, sich geistig von inneren Zwängen zu befreien.

Sie tun etwas, das man nicht von Ihnen erwartet. Sie stellen sich Situationen vor, in denen Sie mitunter den gesellschaftlichen Erwartungen zuwiderhandeln. Sie machen etwas anders – vielleicht gar etwas Verrücktes! Sie überraschen sich mitunter sogar selbst. Diese Überraschung hat einen positiven Effekt.

Und gleichfalls, ob Sie sich nun vornehmen, diese vier erwähnten Gedanken in Taten umzusetzen oder nicht, vielleicht habe ich durch diese Übung einen kleinen Beitrag zu Ihrer inneren Befreiung geleistet.

Wovon musst gerade DU dich befreien?

In einer zweiten Übung bitte ich Sie, sich mindestens 5 Minuten Zeit für sich zu nehmen und eine Liste zu erarbeiten. Bitte notieren Sie in dieser Zeit alle Hemmnisse, die Sie in Ihrem Alltag stören und diesen erschweren. Dies können reale Dinge, Menschen oder Gefühle sein, Ängste, Blockaden etc.

Also fangen Sie einfach an und nehmen Sie sich ein Herz, offen zu schreiben:

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Fertig!? Erschrecken Sie nicht, wenn die Liste lang ist! Ich gratuliere Ihnen zu soviel Sensibilität, Ihren inneren Zustand zu beleuchten und Störfaktoren identifizieren zu können. Wenn die Liste eher knapp ausgefallen ist, dann sind Sie ja vielleicht bereits auf dem richtigen Weg der „Erlösung“ von dem Übel. Oder Sie nehmen sich noch etwas mehr Zeit? Sie können die Liste selbstverständlich jederzeit erweitern.

Sie haben einen weiteren großen Schritt getan. Gönnen Sie sich also ein paar Minuten Pause und lesen Sie diesen Abschnitt nach Möglichkeit noch heute weiter!

Das Werkzeug zur Befreiung

Natürlich stellt sich jetzt die logische Frage:

Was kann ich nun also tun, um den Hindernissen zu entgehen oder diese gar abzubauen und dadurch das zu eliminieren, was mich einschränkt?

Dem Ziel, ein gesundes Mindset – also positive Einstellungen gegenüber sich selbst und der Umwelt – aufzubauen, kommt man mit folgenden Methoden näher:

A) Sich mit den Störfaktoren konfrontieren. Es steht Ihnen natürlich jetzt frei, all die notierten Erschwernisse gezielt anzugehen und einen „Übeltäter“ nach dem anderen in Wildwestmanier auszuschalten. Dies nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Rom wurde nicht in einem Tag erbaut und Blockaden und Hemmnisse haben sich über viele Jahre hinweg zu dem manifestiert, was Sie jetzt einengt. Negative Beziehungen zu anderen Menschen sind zumeist sehr komplex und mit einem Konglomerat von Gefühlsverstrickungen verbunden – somit gegebenenfalls (für eine Seite) schwer zu lösen!

Sie kämpfen mitunter auch gegen sich selbst, Ihr eigenes und schon lange zuvor erworbenes Skript an. Eigene Gewohnheiten und fixe Überzeugungen machen manches für das eigene Auge unsichtbar!

Konfrontation mit eigenen Schwächen ist auch im Rahmen einer Therapie möglich und man findet mit dem geeigneten Therapeuten einen Wegbegleiter. Ich rate Ihnen, bei der möglichen Wahl eines Psychologen oder Therapeuten auch wirklich wählerisch zu sein. Therapien sind oft teuer und man benötigt in jedem Fall ein Gegenüber, welches ein wertvoller Partner in der jeweiligen Lebenslage ist. Im Anhang dazu ein Gastkommentar. Falls Sie also das Gefühl haben, überprüfen zu wollen, ob zu Ihrem Zweck vielleicht eine psychologische Beratung angezeigt wäre, empfehle ich Ihnen, sich jetzt dem Anhang zu widmen und dann zu diesem Punkt des Buchs zurückzukehren. Andernfalls lesen Sie bitte jetzt ungestört weiter, wie Sie sich befreit auf den „Königsweg“, Ihre persönliche Erfolgsstraße begeben können.

B) Gelassenheit und Entspannung.

Beschäftigen Sie sich mit den schönen Dingen des Lebens. Auch wenn Sie unter Erfolgsdruck leiden oder eine wichtige Prüfung bzw. Herausforderungen vor sich haben, die Ihnen Zeit und Energie rauben – ich empfehle Ihnen gerade TROTZDEM, für eine gewisse Zeit abzuschalten.

Abschalten können Sie durch Ruhe oder Schlaf, Lesen, Spiele, Entspannungstechniken, Sport, Wellness, Musik und Tanz, Fernsehen und Kino, Kultur- und Naturerlebnisse, Religion und Mystik, einen Kurztrip, ein Treffen mit Freunden und Familie, Sex und Sinnlichkeit, gutes Essen, Alkohol in Maßen. Vielleicht erleben Sie ja sogar einen Flow bei der Beschäftigung mit einzelnen Aspekten, die das Leben uns bietet. Wir wandeln in einem reichhaltigen Garten von Genussspendern und Sie wissen oder können herausfinden, was Ihnen guttut. Für die meisten dieser Dinge benötigen Sie nicht einmal einen Partner oder viel Geld und eines dieser Dinge üben Sie ja gerade bereits aus:

LESEN! Ich möchte Ihnen in der Folge zwei schöne Sinnsprüche auf dem Weg mitgeben, die Ihnen dabei helfen können, Angenehmes zu visualisieren (das Lesen von Zitaten und Gedichten dient der Entspannung enorm und ich würde es Ihnen täglich empfehlen! Jedes einzelne Zitat, selbst wenn Sie der darin enthaltenen Aussage nicht zustimmen, dient der Anregung und kann wie eine wohltuende geistige Wellness-Dusche wirken!)

Im Extremfall – Sie schaffen es trotz aller Mühe nicht, abzuschalten – würde ich Ihnen auch einen radikalen Ausstieg empfehlen. Kratzen Sie Ihr gesamtes Hab und Gut zusammen (oder den letzten Cent) und schauen Sie, dass Sie Ihre Spuren woanders setzen. Zahlreiche Aussteiger sind gestrandet, aber andere haben ihr neues Glück gefunden oder haben sich in „freundlicheren“ Gefilden zu erfolgreichen und gesunden Persönlichkeiten entwickelt. Der Ausstieg kann für immer oder auch zeitlich begrenzt sein.

C. Den Königsweg beschreiten.

Eine Mischform aus dem hemdsärmeligen „Packen wir es jetzt sofort an“ der Methode A und dem „Loslassen“ der Methode B stellt die in diesem Buch beschriebene Methode des Königswegs dar, seinen eigenen Spuren zu folgen. Ich möchte, bevor ich diese näher erläutere, abschließend zum ersten Kapitel noch folgende inspirierende Gedanken repräsentieren:

„Das kannst du doch nicht leugnen, dass wir in uns stecken wie die Figuren in einem Steinblock. Man muß sich aus sich herausarbeiten! Man muß sich gegenseitig dazu zwingen!“

Robert Musil

„Der ganze Körper ist von einer Flügelspitze zur anderen nichts anderes als Gedanke. Geist in sichtbarer Gestalt. Durchbrecht die Beschränktheit eures Denkens, und ihr zerbrecht damit auch die Fesseln des Körpers“

(Die Möwe Jonathan)

Richard Bach

Ich hoffe, Sie sind nun bereit für Ihre eigene Reise und haben zumindest ein paar Anregungen mitgenommen, wie Sie an einem gesunden „Mindset“ arbeiten? Die Arbeit daran geht natürlich in der Folge weiter und jede Erkenntnis, die Sie in der Folge erlangen, führt dazu, dass sich Ihre Einstellung zu sich selbst und Ihrer Umwelt noch unbefangener und ungezwungener gestalten wird.

Wenn Sie sich also flugtauglich wie die zitierte Möwe fühlen, gehen Sie zu unserem nächsten Kapitel über:

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